
Vitamin E allein aus der Nahrung – geht das?
Die Antwort lautet: Das kommt darauf an. Und zwar darauf, wie Sie sich ernähren. Tierische Lebensmittel sind generell Vitamin-E-arm. Es kommt also auf den pflanzlichen Anteil Ihrer Nahrung an:
Während Tocopherole in pflanzlichen Ölen, wie Soja-, Raps-, Weizenkeim-, Sonnenblumenöl oder Wallnüssen enthalten sind, kommen Tocotrienole in Getreidekörnern, wie Hafer, Gerste und Roggen sowie Reiskleie vor. Die größten Mengen finden sich in Öl aus Palmfrüchten.
Achtung! Das Vitamin E, das in den Lebensmitteln enthalten ist, wird von diesen selbst benötigt. Nüsse oder pflanzliche Öle enthalten ungesättigte Fette. Und diese schützt das enthaltene Vitamin E vor dem ranzig werden, daher bleibt für Ihren Körper kaum Vitamin E übrig! Teilweise ist der Vitamin-E-Gehalt von Nahrungsmitteln daher sogar negativ.
Empfohlen werden täglich 15 I.E. alpha-Tocopherol. Das ist die Menge, die allein dazu ausgelegt ist, Ihren Grundnährstoffbedarf zu decken. Und nur für den Fall, dass Sie gesund sind. Andere Lebenssituationen (z. B. Ernährung, Lebensstil, Krankheiten, Stress) sind in dieser Menge nicht berücksichtigt. Für Tocotrienole gibt es momentan keine Einnahmeempfehlung, da die Forschung sich erst sehr spät mit diesen Verbindungen auseinandergesetzt hat. Viele Wissenschaftler plädieren allerdings für eine Aufnahmemenge von 70 mg am Tag.
Für Sie zum Vergleich: Um 70 mg Tocotrienole über die Nahrung zu erhalten, müssten Sie ca. 90 g Palmöl am Tag zu sich nehmen oder auch 800 g Haferflocken. Bei den Tocopherolen verhält es sich ähnlich.
Was Vitamin E alles für Ihre Gesundheit leistet
Nochmal vorweg: Am häufigsten untersucht wurde die Vitamin-E-Form Tocopherol, genauer alpha-Tocopherol. Erst ca. 1980 wurden Studien über Tocotrienole angestellt. alpha-Tocopherol ist damit die wichtigste Form, Tocotrienole aber die mit der potentesten biologischen Aktivität.
Vitamin E schützt Ihr Herz
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Ursache für die meisten Todesfälle – weltweit. Das Tückische an diesen Erkrankungen ist, dass sie oft symptomlos verlaufen – bis es dann zu spät ist. Die Studienlage dazu ist eindeutig: Es existiert ein Zusammenhang zwischen der Vitamin-E-Aufnahme und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Vitamin E löst 92 % Ihrer arteriellen Verkalkungen auf
Arterienverkalkung (Arteriosklerose) ist der Hauptauslöser von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In einer 3-jährigen Studie haben sich US-Forscher mit 50 Patienten beschäftigt, die an einer Karotis-Stenose litten. Dabei handelt es sich um eine Verengung der Kopfschlagader, also der Hauptader, die das Gehirn mit Blut versorgt.
Die Patienten erhielten über einen Zeitraum von 6 Monaten täglich Vitamin E (240 mg Tocotrienole) oder ein Scheinpräparat zum Vergleich. Das Ergebnis spricht für sich:
• bei 92 % der Vitamin-E-Probanden entwickelte sich die Verstopfung der Kopfschlagader zurück
• bei 4 % der Placebo-Teilnehmer verschlimmerte sich die Blockade sogar.
Ähnliche beeindruckende Ergebnisse zeigten Studien an Patienten mit einer nachgewiesenen Arteriosklerose der Herzkranzgefäße!
Achtung! Arteriosklerose wird durch so genannte Plaques, meist Cholesterinablagerungen des „schlechten“ LDL-Cholesterins, verursacht. Das heißt: Löst Vitamin E die arteriellen Blockaden auf, kann es das nur erreichen, indem es den eigentlichen Verursacher – das Cholesterin – beseitigt. Aber auch den Anstieg des schlechten Cholesterins verhindert es von vorneherein, weil es den Abbau des Enzyms HMG CoA Reduktase beschleunigt. Das ist das Enzym in der Leber, das für die Cholesterinproduktion verantwortlich ist.
Also: Präventive Wirkung gegen zu viel Cholesterin UND Abbau von gefäßverengenden Cholesterinablagerungen – wenn das kein wirkungsvoller Herz- und Gefäßschutz.
Auch andere Studien (Nurses Health Study, Health Professionals Follow-up Study, Harvard-Universität in Boston, USA) belegen eindeutig: Die tägliche Einnahme von 100 bis 200 I. E. Vitamin E (das entspricht umgerechnet etwa 70 bis 140 mg alpha-Tocopherol) reduziert – wenn Sie es regelmäßig einnehmen – das Risiko für Herzkrankheiten bei Frauen um 41 % und bei Männern um 37 % . Vitamin E wirkt also nicht nur bei bereits bestehenden Herzerkrankungen, sondern schützt Sie auch präventiv davor!

Worauf dieser herzschützende Effekt des Vitamin E beruht
Vitamin E arbeitet gleich auf 3 unterschiedliche Weisen für Ihre Herzgesundheit. Vitamin E…
1. … schützt durch seine antioxidativen Eigenschaften das Cholesterin vor der Oxidation und verhindert so die Bildung von Arteriosklerose.
2. … hemmt die Zusammenballung der Blutplättchen und damit die Bildung gefährlicher Thrombosen.
3. … unterbindet die übermäßige Teilung von Muskelzellen, die die Blutgefäße auskleiden. Solche fehlgesteuerten Zellteilungen sind eine weitere Ursache der Gefäßverengungen im Verlauf einer Arteriosklerose.
Vitamin E ist Ihr Schutzengel gegen freie Radikale – die typischen „Volkskrankheiten“ brauchen Sie dadurch nicht mehr fürchten
Freie Radikale (aggressive Sauerstoffmoleküle) entstehen in unserem Stoffwechsel einerseits jeden Tag selbst, z. B. wenn Sie Sport treiben. Außerdem werden Sie damit täglich von außen „bombardiert“: Auspuffgase, Dämpfe beim Tanken, Schadstoffe in der Umwelt oder in Lebensmitteln, Zigarettenrauch … Das Problem: Freie Radikale greifen unsere Gesundheit an, vor allem die DNS wird geschädigt. Die Wissenschaft vermutet hinter den freien Radikalen den Hauptverursacher vieler degenerativer Krankheiten (z. B. Gelenkverschleiß, Demenz).
Vitamin E stoppt die Angriffe
Vitamin E ist ein natürliches Antioxidans, das die Zelle vor diesen Schäden schützt. Dazu müssen Sie folgendes wissen:
Die Hüllen unserer Körperzellen (die Zellmembranen) bestehen aus vielen Fettsäuren. Sie halten die Zellen zusammen und schützen sie vor Angriffen von außen. Diese können die empfindlichen Zellbestandteile, aber auch die Schutzhülle selbst zerstören.
Zum Schutz gegen diese Angreifer lagert der Körper Vitamin E zwischen den Fettsäuren der Zellmembranen ein. Das ist möglich, weil Vitamin E ganz ähnlich wie die Fettsäuren selbst aufgebaut ist.
Achtung! Die fettlösliche Eigenschaft und seine Ähnlichkeit mit den körpereigenen Fettsäuren ist der größte Vorteil, den Vitamin E gegenüber den anderen Antioxidantien hat. Denn die meisten anderen Schutzstoffe gegen freie Radikale, wie
z. B. Vitamin C, sind wasserlöslich. Das macht einen Einbau in die fettreiche Zellhülle unmöglich. Fazit: Vitamin E ist somit das wichtigste Antioxidans für alle fettartigen Körpersubstanzen.
So kann es die mehrfach ungesättigten Fettsäuren der Zelle, die sehr anfällig für eine Oxidation sind, schützen, indem es die freien Radikale abfängt. Tritt die Oxidation nämlich ein, verändern sich Struktur und Funktion der Zelle. Das hat auch Auswirkungen auf das Gehirn! Übrigens: Dieser Effekt zeigt sich auch in Speisefetten, die ohne Vitamin E durch Oxidation schnell ranzig werden.
Mein Tipp: Sind Sie Raucher/in ist Ihr Körper – durch den Nikotinkonsum – einer besonders hohen Menge an freien Radikalen ausgesetzt. Die greifen dort zuerst an, wo sie mit dem Rauch hingelangen: Die Lungen! Wenn Sie also nicht mit dem Rauchen aufhören, um sich vor den gefährlichen Folgen zu schützen, wäre es das Beste, wenn Sie sich mit einer Extraportion Vitamin E versorgen, um Ihren Körper auf diese Weise zu wappnen!
Es gibt noch eine ganze Reihe von Vorgängen im Körper oder Erkrankungen, bei der freie Radikale eine wesentliche Rolle spielen. Bei vielen dieser Vorgänge kann Ihnen Vitamin E Ihnen unerlässliche Unterstützung bieten, z. B.:
Vitamin E gleicht die ungesunde Seite des Trainings aus
Durch die erhöhe Sauerstoffzufuhr beim Training erhöht sich die Energieproduktion in Ihren Muskelzellen, die daraufhin freie Radikale ausschütten und die Muskelzellen angreifen. Natürlich möchte ich Ihnen keineswegs raten, Ihr Training einzustellen. Aber schützen Sie sich vor diesen Angriffen und verbessern Sie Ihren Trainingseffet doch einfach mit der Einnahme von Vitamin E!
Vitamin E als Alzheimer-Protektor
Neben den Körperzellen enthält das Gehirn die größten Mengen mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Werden diese durch Vitamin E geschützt, ist eine gute Gehirn- und Nervenfunktion gewährleistet. Andersherum gedacht: Fehlt Vitamin E, können die freien Radikale ungehindert Schäden an den Zellen ausrichten. Die Folge sind neurodegenerative Krankheiten, wie z. B. Alzheimer, Parkinson und Demenz. Das zeigen auch Studien an Alzheimer-Patienten, die durchweg einen niedrigen Vitamin-E-Spiegel im Blut aufwiesen.
Nur Vitamin E hat durch seine Konsistenz die Fähigkeit, die ölige Umgebungsschicht von Nerven- und Gehirnzellen zu schützen! Nutzen Sie den Schutzeffekt von Vitamin E als Gehirn- und Nervennahrung unbedingt!
Vitamin E ist die Rettung für Ihr Augenlicht
UV-Strahlen sind für den menschlichen Körper eine zwiespältige Angelegenheit: Einerseits ist der menschliche Körper darauf angewiesen, um Vitamin D bilden zu können. Andererseits entstehen durch das UV-Licht freie Radikale. Diese richten dort ihren Schaden an, wo sie zuerst auftreffen: Im Auge. Aus diesem Grund enthält die Augenlinse, aber v. a. die Makula (auch „gelber Fleck“ = der Punkt des schärfsten Sehens), sehr hohe Vitamin E-Konzentrationen, um das Auge vor dem auftreffenden UV-Licht zu schützen.

